Der Lago di Toblino ist ein kleiner See im Valle dei Laghi in der Region Trentino, Italien. Er hat eine Länge von etwa 1,6 Kilometern und eine Breite von rund 380 Metern. Die maximale Tiefe des Sees beträgt ca. 15 Meter. Seine Entstehung ist geologisch auf die letzte Eiszeit zurückzuführen, als Gletscherbewegungen das Tal formten und eine Senke hinterließen, die sich später mit Wasser füllte. Der Hauptzufluss des Lago di Toblino ist der Fluss Sarca, der durch das Tal fließt und von den umliegenden Bergen gespeist wird. Der Abfluss erfolgt ebenfalls durch den Sarca, der weiter in den Gardasee mündet. Der Lago di Toblino ist von einer üppigen Vegetation umgeben, die aus dichten Wäldern, Schilfzonen und Weinbergen besteht, was eine malerische und romantische Kulisse schafft. Charakteristisch für die Umgebung ist das Schloss Toblino, das direkt am Ufer des Sees liegt und auf einer kleinen Halbinsel errichtet wurde. Es verleiht dem See eine märchenhafte Atmosphäre. Rund um den See gibt es auch zahlreiche Wanderwege, die die Schönheit der Landschaft erschließen. In der Nähe des Lago di Toblino befinden sich mehrere kleine Ortschaften, darunter Sarche, Padergnone und Vezzano. Diese Dörfer sind bekannt für ihre gemütliche Atmosphäre und ihre Verbindung zur traditionellen Landwirtschaft, insbesondere zum Weinanbau.
Der Lago di Toblino ist nicht nur für seine landschaftliche Schönheit bekannt, sondern auch für die Legenden, die sich um ihn ranken. Eine der bekanntesten Sagen erzählt von den Nymphen, die angeblich im See lebten. Diese Wasserwesen sollen den See und die Umgebung beschützt haben, und die Menschen in der Gegend glaubten, dass die Nymphen übernatürliche Kräfte besaßen. Sie waren wohlwollend und sorgten für eine fruchtbare Umgebung, doch konnten sie auch jenen zürnen, die die Natur nicht respektierten. Der Legende nach besaß Schloss Toblino eine besondere Verbindung zu diesen Nymphen. Es heißt, dass in der Vergangenheit ein Graf auf dem Schloss lebte, der sich in eine der Nymphen verliebte. Die Liebe war jedoch verboten, denn die Nymphe durfte ihre Unterwasserwelt nicht verlassen. Trotzdem trafen sich der Graf und die Nymphe heimlich am Ufer des Sees, und es heißt, dass ihre Begegnungen dem Wasser eine magische Aura verliehen, die bis heute spürbar sein soll. Eine andere Version der Sage besagt, dass der See selbst verflucht wurde, nachdem der Graf den Zorn der Nymphen auf sich zog, indem er sie verriet. Als Strafe soll der Geist der Nymphe an stillen Nächten aus dem Wasser aufsteigen und den See in Nebel hüllen, sodass jeder, der zu dieser Zeit dort ist, das Gefühl hat, die trauernde Nymphe weinen zu hören. Eine weitere Sage erzählt von einer tragischen Liebesaffäre zwischen Fürstbischof Carlo Emanuele Madruzzo und Claudia Particella. In der Sage wird berichtet, dass Claudia die Geliebte des Fürstbischofs war und ihm mehrere Kinder gebar, was in jener Zeit als skandalös galt, da ein geistlicher Würdenträger eigentlich ein Leben in Keuschheit führen sollte. Als göttliche Strafe für das sündige Verhalten sollen Claudia und ihr Bruder eines Abends auf dem Weg zum Schloss den See überquert haben, wobei ihr Boot kenterte und beide im Lago di Toblino ertranken. Seitdem, so heißt es, sollen ihre Geister in Vollmondnächten über dem Wasser des Sees schweben und die tragische Geschichte lebendig halten.
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